BANDBIO

Es war einmal vor langer Zeit, da trafen sich in Lauterbach / Vogelsberg / Hessen an der Wascherde ein paar Schüler mit dem Ziel, zusammen musikalisch aktiv zu werden. Wichtig war hierbei in erster Linie ein Gruppenname, welcher 1983 mit Evil Seed schnell gefunden war. Am Anfang noch zweitrangig war der Musikstil, welcher von Punk, bis hin zu irgendwelchem Metal tendierte. Ein Song aus der Evil Seed Ära ist das deutsch-punkige Pech gehabt, was bei unseren heutigen Konzerten immer wieder mal gefordert wird.

In diese frühe Schaffensphase fielen auch Erprobungen in anderen Stilrichtungen, wie z.B. dem Blues, welcher uns auch bis heute begleitet.
Die Spielart Heavy Metal war dann gemeinsamer Konsens bei der Nachfolgetruppe TOUGH, welche bereits mit den Musikern Lars, Tom, Erik und später auch Stefan aufwarten konnte – diese Band war somit direkter Vorreiter unserer heutigen Truppe. Geprobt wurde in einem kleinen Lauterbacher Räumchen gemeinsam mit einem Rhythmusgitarristen, welcher jedoch zum ersten größeren Auftritt nicht mehr mit von der Part(y)ie war.
Dieser Auftritt im September 1984 an der Vogelsbergschule in Lauterbach begründete den Vogelsberg Hardcore (VBHC), und war dann eben auch die Geburtsstunde von
SENSLES.

Der Name
SENSLES entsprang einem Songtext der damals noch heftigen Metallica: Metal Militia. Hierin kommt eine Textzeile vor, welche die Wörter „senseless destruction" beinhaltet, die uns zu dem Bandnamen inspirierte. Zur Verfeinerung des Namens sei angemerkt, dass zu dieser Zeit eine deutsche Combo mit Namen Destruction die geneigte Hörerschaft in Verzückung versetzte – und somit das Wort destruction in unserem Namen nicht erscheinen sollte, und das senseless (richtig geschrieben) Scheiße aussieht. Also machten wir uns Gedanken, arbeiteten das Wörtchen grafisch auf - und raus kam: SENSLES. Der Name gefällt uns immer noch!

Die Ur-Besetzung:

Lars Hauck (Schlagwerk) 
Thomas Brenneis (4 Saiter)  
Erik Grösch (6 Saiter)  
Stefan Grösch (Pressgesang) 

Es wurde sehr viel und lustig geprobt, wobei wir schon beim Start auf Songs zurück greifen konnten, welche bereits in früheren Phasen geschrieben wurden – z.B. Black Widow, Bringer of death, Love in the glass ... . Wir verstanden uns von Anfang an als eine eigenständige Truppe was zur Folge hatte, dass wir selbst Songs schufen – was nicht immer leicht war! Hilfreich war hierzu unser jugendlicher Elan und unser Rockstargehabe, sowie die vielen persönlichen (Sinn-) Krisen, was zusammen zu interessanten, heftigen oder durchgeknallten Songs geführt hat. Beispielsongs hierfür sind u.a. Nights of death oder Song about triumph.

Die aufkommende Welle des Heavy Metal bescherte uns zu dieser Zeit auch viele Auftritte, welche von der mittlerweile zu einer größeren Zahl angewachsenen Fanschar besucht wurden. Der Grundstein für unseren kultähnlichen Stellenwert im Vogelsgebirge wurde bereits an unserem ersten Konzert in der Vogelsbergschule gelegt, wo es damals einige Verletzte gab, ca. 750 Bier-Henkelmänner kaputt gingen, und zu guter Letzt auch noch einige Festnahmen zu beklagen waren. Unser damaliger Unterstützer Norbert Ludwig hatte es nicht leicht! Sowas spricht sich im ländlichen Raum schnell rum und: bup, kommen viele, um sich dieses Chaos mit Namen SENSLES mal anzusehen.

1985 waren wir uns dann einig, dass ein Tonträger her musste, weil wir auch zuhause im Jugendzimmer unsere Musik hören wollten! Um das Teil fetter zu gestalten holten wir noch einen Rhythmusgitarristen an Bord, welcher dann mit uns unser erstes 5-track Demo „Black Widow" einzockte.
Eddi Homann gehörte ab da zur Band, er sorgte mit seiner unnachahmlichen „Kackhaltung" auch für einen weiteren Blickfang während den Konzerten (neben Lars´s getigertem T-shirt, Erik´s Streifenhose, Tom´s beginnendem Oberlippenbärtchen und Stefan´s verkorkster Tätowierung auf dünnem Oberarm).

Da dieser schön anzusehende Haufen auch einige Unterstützung brauchte begab es sich so, dass zusätzlich zwei Herren zum Kern der Band gehörten und kräftig mithalfen das reichlich anwesende Bier zu vernichten, sowie konstruktiv technisch Mitzuwirkten: Andreas „Die Tür" Steller und Frank „Das Mofa" Kruppa. Letzterer gehört auch heute noch zur
SENSLES-Familie, und ist uns ein treuer Weggefährte - er fährt jedoch mittlerweile Auto (A-Mercedes!).

Trotz vielerlei spaßiger Begebenheiten betätigte sich die Band auch ab und zu in der Selbstzerstörung (was bei 3 bis 5mal Proben in der Woche schnell passieren kann), so dass Lars Ende 1985 die
SENSLES-Familie verlies.
Als neuer Schlagzeuger wurde Andreas Schwenger engagiert, welcher einige wenige aber äußerst gute Gigs mit uns bestritt.
Ihn hatten wir von der Lauterbacher Band Deny abgeworben, und er stellte eine technische Bereicherung dar. Außerdem war er der Schönste, wie uns Frauen erzählten.
Zu dieser Zeit probten wir in der alten Lauterbacher „Worschtfabrik" was aufgrund der großen Räumlichkeiten zur Folge hatte, dass pro Probe ca. 20 Leutchens anwesend waren, welche den von uns entlockten Tönen zuhörten. An Wochenenden waren es entsprechend mehr, der Proberaum war dann auch Treffpunkt für den Start zu weiteren Wochenend-Eskapaten. Ein Song aus dieser Epoche ist z.B. Toys oder ganz legendär: Disorder of emotions!

Weiterhin kam für ein kurzes Gastspiel der Keyborder Alesandro Uras „Pizza" mit ins
SENSLES-Schiff, sodas wir den Song Final Countdown intonieren konnten. Dies stellt den schwärzesten Punkt in der SENSLES History dar – und wird daher auch nicht weiter beleuchtet...

Mitte 1986 verließ dann Stefan die Band, um bei der Bundeswehr zu dienen. Er wurde nicht ersetzt, die gesanglichen Parts übernahm Erik.
Mit Kamerad Schwenger ,aber nur mit Ess-Pizza, enterten wir in Kassel ein Tonstudio, um dort unser zweites Demo mit dem prickelnden Namen
SENSLES – Demo ´86 einzuspielen. Hierdrauf finden sich u.a. Nummern wie Searchin´und Disorder of emotions. Hiernach folgten einige Auftritte, aber die Band wurde dann Anfang 1987 nach Umzug des Schlagzeugers, eines kurzen Gastspiels des ,sehr guten, Schlagwerkers Stefan Haus und Rausschmiß des Rhythmusgitarristen ausgebrannt eingestampft.

Großes Wehklagen machte die Runde, die Fans trauerten. Tom & Erik gründeten die Formation Innocent, wobei hier alte
SENSLES Songs die Starthilfe waren. Diese Band splittete sich später in Perplexed Impressions und in The Jazzter.
Neben dem Kontakt zur Prog-Musik war hierbei ein wichtiger Fakt das Kennenlernen des begnadeten Schlagzeugers Ruppeluwe.

Ende 1988 konnte im weiten Raum des Vogelsberger Vulcansteinmassivs ein Ruf vernommen werden welcher darin gipfelte, dass sich die Musiker Tom, Erik, Uwe R. und Stefan zum SENSLES Jam in einem Proberaum trafen, sprachen und zockten. Das Volk verlangte nach einem
SENSLES Konzert, und es sollte ein solches am 11.11.1989 (Foaset-ohfang) in Grebenhain bekommen. Die gewählte Örtlichkeit erwies sich als viel zu klein, einige der sehr zahlreich angereisten Fans mussten aufgrund Platzmangels leider draussen bleiben. Es wurde ein Folgegig veranstaltet welcher wiederum sehr erfolgreich verlief. In berauschter Whiskey-Laune wurde daher glücklich die Reunion verkündet.

Die Folge war das erfolgreichste Jahr der Gruppe, neben vielen Proben konnte eine einwöchige Tour in den neuen Bundesländern rund um Magdeburg gespielt werden. Live waren wir sehr gut eingespielt was seinen Höhepunkt darin fand, dass wir 1990 in Fulda zur drittbesten Band des osthessischen Raumes und gleichzeitig zur besten Heavy Metal Band Osthessens gewählt wurden. Eine Folge hiervon wiederum war ein Konzert im Vorprogramm von Pur (ca. 2000 Besucher, wovon – glaube ich – ¾ wegen uns da waren?!). In dieser Mark V Besetzung entstanden die technisch hochwertigeren Songs wie z.B. Crackhead und Hopeless

Ende 1990 verließ Stefan aus beruflichen Gründen erneut die Band. Eine erfolglose Suche nach einem neuen Sänger, sowie der doch mittlerweile stark geänderte Musikstil veranlassten Uwe R., Tom & Erik in Zukunft unter dem neuen Namen Annon Vin aufzutreten, Starthilfe waren hier erneut Songs aus dem
SENSLES Repertoire – die Gruppe SENSLES wurde demnach aufgelöst. Annon Vin wurde von Stefan gemanagt, es entstand eine Mini-CD „Higher Spheres", sowie eine komplett CD „A new gate". Beide Scheiben wurden von Ralf Hubert (Mekong Delta) produziert, und fuhren viele gute Kritiken ein. Auftritte mit namhaften Bands wie Mekong Delta, Psychotic Waltz, Coroner, Stratovarius, Rage, Sodom, Depressive Age ... wurden zum Standart.
Stefan Grösch gründete im Jahr 1992 mit Frank Kruppa die Musikagentur Elwood Enterprises, der professionelle Einstieg in´s Musikgeschäft wurde geschaft, und es wurden viele Konzerte veranstaltet. Die Agentur und Annon Vin erarbeiteten sich schnell einen guten Namen was bedeutete, dass der Kontakt in das turbullente Musikbuisiness stets vielseitig (manchmal mehr, manchmal weniger) vorhanden war. Elwood Enterprises löste sich 1996 zwangsweise auf, und Annon Vin zerbrach leider 1998 an persönlichen Differenzen.

Ein Herantasten an
SENSLES begann erneut im Jahr 1997, wo Stefan die sentimentale Eingebung hatte, etwas Jugendliches zu machen. Grund war sein 30ter Geburtstag, welcher im Phönix-Studio in Herne „gefeiert" wurde. Nach reichlich Genuß schwerer Getränke (...) wurde der Aufnahmeraum geentert, wo dann die senslische Mark V Besatzung losrumpelte. Erstaunlicherweise konnten einige Stücke mühelos gespielt werden, was zusätzlich berauschte. Dabei bliebs jedoch erstmal ...

... bis dann 1998 Erik das 30te erreichte. Während eines schönen Sommermonats wurde eine Party anberaumt, an welcher wir als Headliner gesetzt waren. Wir mussten uns einen neuen Trommler suchen, welchen wir in Norbert Ambrosch schnell fanden. Ein wichtiger Gesichtspunkt war bei seiner Wahl sein Äußeres, was durch seine Haarpracht sehr gut zum Rest der Combo passt. In unserem Alter müssen Prioritäten gesetzt werden! Norbert war/ist ein alter Fan von SENSLES, somit kannte er alle Songs. Trotzdem musste viel geprobt werden was uns dazu veranlasste, erneut eine Reunion zu betreiben. Das erste Konzert im Juni 1998 verlief sehr gut und euphorisch, es machte Lust auf mehr. Tatsächlich wurden wir in der Folge mehrfach gebucht, unter anderem spielten wir als Support von Tankard und Squealer.
Zwischenzeitlich haben wir uns um eine Axt erweitert: Ralph „JamesHetfieldsKoch" Lenker. Er hat sich bis Mitte der 90er bei German Paranoia, einer paranoiden Band aus Schlitz, die Sporen verdient. Lenker swingt nun bei uns sauber in der Rhythmusmaschine mit, auch seine Haarpracht spielte keine unwesentliche Rolle ... .

Im Jahr 2000 fühlten wir, dass was fehlt. Wie ganz früher auch mal konnten wir
SENSLES, leider nicht in akzeptabler Qualität zuhause hören. Die Tonträger hatten sich mittlerweile geändert – also: eine CD musste her. Wir grübelten kurz über eine Songauswahl nach und spurteten dann in Erik´s eigenes Neway-Tonstudio. Nach einigen Live-Takes war unsere Demo-CD im Kasten, sie trägt den Namen „Demonstration 2 k". Hierbei steht Demonstration für Demonstration, 2 K steht für 2000 / 2 Kilo. Neben dem aufarbeiten alter Gassenhauer bemühen wir uns auch ab 2000 um neue Stücke, wovon z.B. Nature von der Demo CD eines ist. Dieser Song fand auch den Weg auf den Sampler „New Sound of Weilburg Vol. V". Mit unserer Scheiblette im Gepäck spielten wir einige Konzertchen, zum zweiten mal in unserer knapp 20jährigen Geschichte haben wir zu diesem Zweck Hessen verlassen und beglückten auch Rheinland-Pfälzer mit unserem musikalischen Stilelement „Heavy Punk `n´ Roll".

Gealtert, geläutert und reproduziert (die Band hat mittlerweile 5 Kinder) pirscht sich die
SENSLES -Familie weiter voran. Ende 2004 bis Anfang 2005 haben wir den aktuellen "Heavy Punk`n Roll" Lonplayer mit 13 alten und neuen Stücken aufgenommen. Veröffentlicht bei Neway-Music, EAH-S21-04, für den EAH-Musikverlag. Endlich mal ein starker Sound. Diese Scheibe wird aber mit Sicherheit nicht die Letzte sein.

 

Nach nun einer etwa 1/2 jährigen ausgiebigen Kurpause, spürt man frische Luft, denn SENSLES ist fleisig am Proben und macht fröhlich neue Stücke die es Wert sind wieder aufgenommen zu werden. Unter anderem spielen wir, auch im Gedenken an German Paranoias P J, deren Klassiker Kill the Beast. Alles in allem kann man sagen, dass das neue Material noch viel mehr Heavy Metal ist - eigentlich dass was wir schon immer gerne haben wollten...

... to be continued.

 
Also in diesem Sinne
Keep on rockin.

© by Sensles - im August 2006